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 Betreff des Beitrags: Bündnis 90/Die Grünen
BeitragVerfasst: Fr 04 Sep, 2009 20:47 
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Registriert: Di 30 Jan, 2007 10:31
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Hoppla............da habe ich ja einen interessanten Beitrag zur Wahl 2009 gefunden. :mrgreen:

Für die Krise an den Finanzmärkten machen die Grünen heute gierige Manager verantwortlich. Doch die Partei hatte selbst die Regeln für die Finanzmärkte gelockert.

Andrea Fischer steht am Rednerpult des Bundestages. Es ist der 22. März 2002, die Grünen-Abgeordnete wirbt um Zustimmung für das Finanzmarktförderungsgesetz der rot-grünen Koalition: "Sie wissen genauso gut wie ich, dass es dringend notwendig ist, die deutschen Finanzmärkte den international gültigen Regelungen anzupassen", sagt Fischer.

Und weiter:
"Die Börsenaufsicht wird nur in wirklich extremen Situationen einschreiten. Dafür wird der Rest der Finanzmarktteilnehmer dann auch dankbar sein."

Jetzt geht`s erst richtig los: :roll:
Mit dem Finanzmarktförderungsgesetz erhielten die Fondsmanager weitgehend freie Hand, um sich weltweit an Immobiliengeschäften zu beteiligen. In der Gesetzesbegründung heißt es: "Die Globalisierung der Immobilienmärkte lässt eine Aufhebung bisheriger Restriktionen sinnvoll erscheinen." Zuvor waren Investitionen etwa in Häuser in den USA nicht so leicht möglich - doch damit sollte es jetzt richtig losgehen: "Hindernisse für den Aufbau eines risikogestreuten, ertragreichen und mit Wertsteigerungspotenzial versehenen Grundstücks-Sondervermögens werden beseitigt", hieß es in der Gesetzesbegründung.

Zu ihrer Ehrenrettung sei gesagt:
Die Fraktionen der SPD, Grünen, CDU und FDP stimmten geschlossen dafür.

Herr Trittin, Frau Künast....wer im Glashaus sitzt,...... :wink:

Der Beitrag kommt von der TAZ :mrgreen:

http://www.taz.de/1/politik/bundestagsw ... uetterten/

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An welchem Punkt der Geschichte befinden wir uns, wenn es zum Verbrechen wird, Menschen vor dem Ertrinken zu retten?
Eric Marquardt


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 Betreff des Beitrags: Re: Bündnis 90/Die Grünen
BeitragVerfasst: Di 08 Sep, 2009 11:13 
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Registriert: So 26 Nov, 2006 12:52
Beiträge: 6737
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Dubi,
du hast sicher recht mit deiner Kritik.
Ich weiß gerade nicht so recht, wie ich es schreiben soll.
Ich beginne mal mit einer Frage, die ich gerade auch mir selbst stelle.
Können wir "glauben", Deutschland hätte sich aus der globalisierten Finanzwelt heraushalten sollen?
Wäre das überhaupt möglich gewesen?
Zugegeben, ich weiß es nicht – kann es zumindest nicht richtig einschätzen.
Hätten wir als abgekapselte Insel heute keinen Schaden?
Oder wäre der nicht so hoch?
Hätte es im Alleingang etwas gebracht, alle anderen von Fehlern zu überzeugen?
Noch dazu, wo die ganze Welt meinte, dass das alles "so sein muss"?
Hätte Fischer sonst diesen Satz "Sie wissen genauso gut wie ich, dass es dringend notwendig ist, die deutschen Finanzmärkte den international gültigen Regelungen anzupassen" gesagt?

Im Nachhinein sind die Menschen hoffentlich auf der Welt alle schlauer.
Fast alle, denn manche sind schon wieder noch schlauer – die Börsenschieber und manche Bänker, die bereits seit längerer Zeit wieder da weiter machen, wo sie einst mal kurz -nur notgedrungen- aufgehört hatten.

Das ist nun weitestgehend bekannt, warum schreibe ich das also?
Weil der Threadtitel "Bündnis90 / Die Grünen" heißt und ich es nicht so prickelnd finde, wenn es nun nach deinem Beitrag so aussehen könnte, als hätte diese Partei allein die Krise in Deutschland bzw. die Weltwirtschaftskrise verursacht. :wink:
Das wäre ja absurd – aber ich denke, das wolltest du mit deinen Zeilen auch nicht sagen.

Müntefering mag zwar in seiner Heimat und anderenorts ein lieber Sauerlandonkel sein, ich mochte ihn noch nie – weder politisch noch unpolitisch.
Nur einmal habe ich ihm geistigen Beifall geklatscht, als er seine Heuschrecken-Wortschöpfung verkündete.
Daran sieht man eigentlich, dass die rot-grüne Koalition schon so manch Schlimmes ahnte.
Aber zu ändern war nichts mehr, das Unheil nahm seinen Lauf. Bis hin zur weltweiten Krise.

Ich halte die Grünen aus programmatischen Gründen immer noch für die für mich am ehesten wählbare Partei. Ob Schuld oder Mitschuld, da kann man heute, denke ich, gar nicht mehr nach fragen. Jede andere Regierung hätte es m.E. bedingt durch die weltweite Verflochtenheit und die weltweite frei Hand der Geldwirtschaft genauso entschieden.
Nun war es ein Fehler, die Finanzenwelt machen zu lassen, was sie für "richtig" hielt – es war falsch, das wissen wir heute, haben manche schlaue Wirtschaftsexperten schon Jahre früher gewusst.
Aber was konnte man als Einzelner oder als einzelner Staat gegen diesen Moloch tun?
Um zu wissen, was man in Zukunft dagegen tun kann, müssen nun weltweite Regeln aufgestellt werden.
Wie schwer der Welt das gemacht wird, erkennt man an der widerstrebenden Macht des Geldes.
Als Frau Fischer die von dir zitierte Meinung äußerte, hat sie sich "auch nur" dieser Macht gebeugt und alle Parlamentarier im deutschen Bundestag, die dafür stimmten, beugten sich ebenfalls in der guten Hoffnung, dass dieses Gesetz her musste, weil es "ja auch alle anderen so machten."

Welche Partei sollte man heute wählen, bei der ausschließlich die einem persönlich wichtigsten Punkte im Programm stehen?
Diese Partei gibt es für mich leider nicht – wohl für niemanden.
Und wenn doch, dann scheitert diese meist an der 5%-Hürde.

Jetzt ist es doch eher lang geworden, eigentlich wollte ich nur kurz "eine Lanze" für die Grünen brechen. :wink:
Wer aus welcher Partei -und welche Partei überhaupt- kann von sich schon behaupten, nicht schon einmal in irgendeinem Glashaus gesessen zu haben?
Zumindest schon mal fest den Türgriff dazu in der Hand gehabt zu haben?

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"Worte wie Pfeile! Worte zerstören, wo sie nicht hingehören!"


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 Betreff des Beitrags: Re: Bündnis 90/Die Grünen
BeitragVerfasst: Di 08 Sep, 2009 11:36 
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Peter hat geschrieben:
Jetzt ist es doch eher lang geworden, eigentlich wollte ich nur kurz "eine Lanze" für die Grünen brechen. :wink:


Okay, sie waren ja auch nicht die Einzigen, die dieses Gesetz auf den Weg gebracht haben, damit deutsche Investoren sich verstärkt am US Hypothekenmarkt beteiligen konnten.
Aber Trittin und Künast sollten eben nicht so tun, als wären es nur die Banker gewesen. Die haben nur ihre Freiheiten genutzt, die die Politik ihnen gegeben hat.

Aber wie sagte jetzt am WE am Stand der Grünen einer zu mir: "Immerhin sollten wir daraus lernen". :wink:

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 Betreff des Beitrags: Re: Bündnis 90/Die Grünen
BeitragVerfasst: Di 08 Sep, 2009 11:39 
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Registriert: So 24 Dez, 2006 13:45
Beiträge: 6553
Natürlich kann Deutschland sich nicht zu einer Insel machen.

Das Problem ist eher, daß in Deutschland vieles Kapital-freundlicher ist als woanders, d.h. bei uns werden die Unternehmer besonders hofiert und das Volk vergleichsweise besonders niedergehalten und verarscht.

Münte braucht sich über die Heuschrecken nicht beschweren, rot-grün hat doch die Basis dafür geschaffen mit der Nichtbesteuerung der Gewinne aus Unternehmensverkäufen, von der ja sogar konservative Manager abgeraten haben.

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Ein Hamsterrad sieht von innen aus wie eine Karriereleiter.


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 Betreff des Beitrags: Re: Bündnis 90/Die Grünen
BeitragVerfasst: Fr 07 Jun, 2019 13:07 
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Beiträge: 6737
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Seit Jahren habe ich diese Seite in meiner Symbolleiste.
Kennt sie jemand?

http://www.wahlrecht.de/umfragen/index.htm

1976 war ich zum 1. Mal wahlberechtigt - ich wählte FDP. (Genscher für Abschaffung des § 175!)
Am 13.01.1980 wurde die Partei der Grünen gegründet.
Seit der Wahl 1980 habe ich bei den elf Bundestagswahlen nie eine andere Partei gewählt.
Über die wöchentlichen Prognosen der Umfragen bin ich sehr erfreut.
Ich kann mir vorstellen, dass es mindestens einer Person hier im Forum auch so ergeht.

Hier ein Screenshot


Dateianhänge:
Sonntagsfrage Bundestagswahl.png
Sonntagsfrage Bundestagswahl.png [ 454.48 KiB | 574-mal betrachtet ]

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 Betreff des Beitrags: Re: Bündnis 90/Die Grünen
BeitragVerfasst: Mi 19 Jun, 2019 09:37 
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Registriert: Do 14 Dez, 2006 12:33
Beiträge: 10730
Ich gebe ehrlich gesagt grundsätzlich nicht allzu viel auf solche Umfrage-Hochs - meist sind es doch nur recht kurzfristige Hypes, und schon bei der nächsten regulären Wahl sieht die Lage schon wieder ganz anders aus (ich erinnere in diesem Zusammenhang nur einmal an Guido Westerwelles legendäre "18 Prozent-Kampagne").
Was mich aber ganz allgemein freut, ist die Tatsache, dass das Thema Umweltschutz/Klimaschutz offensichtlich nun in der Mitte der Gesellschaft angekommen ist. Bei der Gründung der Grünen Anfang der 80er-Jahre war das in der allgemeinen Wahrnehmung noch so ein Spinner-Thema dieser seltsamen langhaarigen Müsli-Freaks, und heute ist die Relevanz dieser Frage in breiten Teilen der Bevölkerung anerkannt und unbestritten. Insbesondere die junge Generation sieht dies (zu Recht) als die Zukunftsfrage ihrer Generation.

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Es genügt nicht, keine Gedanken zu haben. Man muß auch unfähig sein, sie auszudrücken.

(Karl Kraus)


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 Betreff des Beitrags: Re: Bündnis 90/Die Grünen
BeitragVerfasst: Fr 09 Aug, 2019 20:24 
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Registriert: Di 30 Jan, 2007 10:31
Beiträge: 9947
Wohnort: Berlin
Leider spaltet sich die Gesellschaft immer mehr. Die großen Blöcke sind sozial-ökologisch aber leider auch rechts- konservativ bis hin zu nationalsozialistischen (scheiß) Parolen.

Hier in Brandenburg tobt der braune Mob. Und irgendwie sind die Gesichter der blaubraunen alle gleich. Zum reinschlagen.

Man sieht ihnen die Gesinnung schon an. Und es gibt hier Orte um Berlin, da bekommt die AfD fast jede 2. Stimme. Parolen wie "Holt Euch Euer Land zurück" ziehen bei den Abgehängten wie das Licht die Motten.

Insgesamt bin ich aber zufrieden mit der bürgerlichen Mitte.

Nur hier mal was, was als Artikel in der NZZ zu lesen war. Von außen gesehen. Hat mich aber auch teilweise als Links - Liberale Person zum Nachdenken gebracht, ob ich auch zu den "Überheblichen" gehöre.

https://www.nzz.ch/feuilleton/alles-beg ... ld.1415437

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